Unterwegs

Indien, Februar und März 2013

Gesammeltes

Im Folgenden mal ein paar persönliche Eindrücke, halt was mir diesmal beim Rumreisen in Indien so aufgefallen ist und Euch vielleicht interessiert.

Wetter

In Bombay gibt’s ja nur wenig Klimaschwankungen. Kurz, da ist es meistens recht warm, aber immer irgendwie auszuhalten. Außer im Monsun, da säuft Bombay regelrecht ab, die meisten Strassen sind kniehoch überflutet, aus der Kanalisation kommen alte Bekannte entgegengeschwommen.

In Delhi war ich diesmal nicht, da gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Sommer und Winter. Im Dezember gingen dort die Temperaturen nachts bis auf wenige wenige Grad über Null runter, Heizung gibt’s generell keine. In Mozda, dem Adivasi-Dorf in Gujarat, wo ich diesmal auch war, sieht es ähnlich aus – mitlerweile ist es aber wärmer und nachts gut auszuhalten. In Mozda hatte ich auch keinen Stress mit Moskitos, sodass ich nachts gut ohne Netz über die Runden kam, in Bombay z.B. geht’s ohne Netz und irgendwas zum einschmieren gar nicht.

Flöhe sind in Mozda dagegen eher ein Thema, habe diesmal am Bauch eine ziemliche Breitseite abgekriegt, Birgit und Michael wohl auch. In Goa ist es diesmal wärmer als sonst, ohne Deckenpropeller kommt man kaum durch die Nacht. Der vertreibt dann netterweise auch die Moskitos und die auf jeden Fall deutlich nervigeren Fliegen. Mosiktos stechen und machen sich dann davon, und wenn man Pech hat kriegt man Malaria, aber Fliegen kleben ständig an einem dran, da braucht es etwas Langmut. Vermutlich gibt es so viele davon, weil die Restaurantbesitzer den ganzen Abfall einfach hinter ihre Hütte kippen. Ich habe mir dann einen Moskitokiller gekauft, sieht aus wie ein Tennisschläger, nur dass die Bespannung unter Strom steht. Gegen Moskitos hilft das auch gut – einfach damit rumwedeln, irgendeine trifft man immer. OK, ist Karma-mäßig wohl eher ungünstig, aber ich dreh gerne mal ein paar Ehrenrunden als Moskito, wenn ich dafür in diesem Leben Ruhe vor den Biestern habe. Gegen Fliegen hilft es im Prinzip auch, allerdings sind die so fix, dass sie es meist schaffen, dem Schläger irgendwie auszuweichen. Da muss man etwas üben.

Unterkunft

In Bombay, Baroda und Mozda wohne ich ja bei Freunden, da ist in Punkto Unterkunft (fast) alles super. Das Sarvodaya Center in Bombay liegt im siebten Stock, nahe der Autobahn („Eastern Express Highway“), sodass bei geöffneten Fenstern die Lastwagen einen ziemlichen Radau machen. Außerdem ist auf der anderen Seite der Autobahn eine große Mülldeponie, die ihre Umgebung nicht gerade mit Wohlgerüchen verwöhnt. Alleine schon aus diesem Grund lässt man nachts die Fenster gerne zu, obwohl bei den schwülen Temperaturen ein wenig frische Luft durchaus nett wäre. Der Stadtteil Mulund liegt direkt an der Stadtgrenze, in Richtung Norden, ebenfalls auf der anderen Seite der Autobahn, liegt Thane. Für uns vor allem deswegen interessant, weil dort der nächste Fernbahnhof liegt. Um dort hin zu kommen, muss allerdings die Autobahn zu Fuß überquert werden – jedesmal eine Nahtod-Erfahrung. Jedesmal wenn ich da rüber muss, stelle ich mir die Frage, ob ich wirklich schon bereit bin, meinem Schöpfer gegenüber zutreten, das Leben zieht denn im Schnelltempo wie ein Film an mir vorbei.

Unterwegs muss man meist Kompromisse machen. In den letzten Jahren explodieren die Preise für Unterkünfte – in Metropolen wie Bombay, Delhi und Bengalore ist schon fast West-Niveu erreicht. Leider halten aber die Leistungen nicht mit, Handtücher und Bettwäsche sind meist fleckig und unansehlich, und die Füllung (Kissen) und Matraze spottet jeder Beschreibung (dreckig braun, Stockflecken und mit allen möglichen anderen Artefakten, fast wie ne Pizza). Wenn ich eins gelernt habe in Indien, ist es dass alle Realität nur Schein ist ist. Wie kriege ich nur diese Bilder wieder aus dem Kopf ?

Die Toiletten sind oft gruselig, manchmal auch OK. Hauptsache man fasst alles nur mit Samthandschuhen an, sonst hat man Wasserhähne in der Hand, Duschköpfe fallen runter oder es regnet Kacheln von den Wänden. Westliche Klos sind gelegentlich sehr urinstein-belastet, d.h. auch wenn sie frisch geputzt sind, laden sie nicht zum verweilen ein. Deshalb finde ich die indischen Hockklos eigentlich besser (in der Informatik nennt man das eine „schlanke Schnittstelle“: nur die Füße kommen mit dem Klo in Berührung).

Preise und Ökonomie

Die Preise haben wie gesagt kräftig angezogen. Beispiel Goa: Da habe ich für das L’amour (war mal Topadresse in Benaulim) im Dezember 2009 700 Rs bezahlt (etwa 10 Euro – und das war schon extrem), kostet jetzt 2000 Rs pro Nacht. Anfang der 90er kam man noch for 30-40 Rs pro Nacht unter. Die Lebensmittelpreise haben auch angezogen, aber (außer in den Metropolen) nicht ganz so stark. Die Gehälter entwickeln sich zum Teil auch entsprechend, aber eben nicht für alle Bevölkerungsschichten gleich. Die „upper middle class“ in Indien nähert sich allmählich dem Niveau im Westen an, der Rest weiß kaum noch wie es weitergehen soll.

Die Wirtschaftspolitik von Regierungschef Manmohan Singh ist eine Kathastrophe – Entwicklung um jeden Preis, zugunsten von upper und upper middle class, für den Rest (80% der Bevölkerung) bleibt nichts. Über 200.000 Suizide von Farmern in den Jahren 2000-2010 sprechen für sich. Die in Deutschland sich vollziehende soziale Aufspreizung ist (auch wenn sich das zynisch anhört) gegenüber den Umverteilungsprozessen in Indien noch harmlos.

Jetzt soll ein 1482 km langer „Korridor“ (Delhi-Mumbai Industrial Corridore) von Delhi nach Bombay „erschlossen“ werden, d.h massiver Ausbau von Autobahnen, industrielle Erschließung, Vertreibung von Ansässigen. Geplanter Finanzrahmen: 100 Milliarden USD, 180 Millionen Menschen werden in der ein oder anderen Weise betroffen sein, das sind 14% der indischen Bevökerung. Was jetzt in Indian passiert ist eine Diktatur der Ökonomie – ähnlich wie in China, aber im Westen kaum wahrgenommen. Dagegen organisieren unsere Freunde von PSS – zusammen mit vielen anderen Gruppen – übrigens Mitte März eine landesweite Yatra (ähnlich einer Demo, siehe Text zu Hansa).

Essen

Hängt stark davon ab, wo man ist. Bei Freunden in Gujarat und bei Daniel in Bombay ist das Essen fantastisch, alle in der Familie kochen ausgezeichnet, vor allem Dinge die es zum größten Teil nur in Gujarat gibt und auch dort nur privat, d.h. in keinen Restaurants. Der absolute Hit sind die gerne selbst fabrizierten Pickles, meist scharf eingelegte unreife Mangos, gelegentlich auch fein geschnittenes Gemüse oder Chilis. Der einzigartige Geschmack und die Haltbarkeit entsteht durch einen längeren Fermentationsprozess. Gekaufte Pickles sind fast immer mit Essig versetzt und daher kaum vergleichbar. Es gibt eine Unzahl an Gemüse und Getreidesorten auf den indischen Märkten, die hier nahezu unbekannt sind. In der Familie wird z.B. gerne mit Doodhi gekocht, eine Art Kürbisfrucht, die zur schmackhaftem Gemüse verarbeitet wird.

Ansonsten isst man in Gujarat auch öffentlich sehr gut, es gibt diverse Snacks (wie Dokla – gedämpfte Würfel aus Kichererbsenmehl), die man auch im Strassenverkauf gut essen kann und einmalig lecker sind. In Bombay isst man am besten Chaats, das sind kleine vegetarische Leckereien aus Salat, Puffreis und diversen Soßen. In Südindien gibt es fantastische Talis und vor allem Idlis, Uttapam und Dose, meine Favoriten. In Goa dagegen gibt es an vegetarischen Sachen vor allem die nordinischen Gerichte: Fette Sahnesoßen, in der alles so zerkocht wird, dass es kaum noch zu erkennen ist, brrrr. Daher in Goa besser Fisch, wenn man kein strenger Vegetarier ist, ansonsten Komplettausfall. In der Gegend um Hyderabad sind die Biryanis (gebratener Reis mit vielen Gewürzen, Nüssen und etwas Gemüse, auch non-veg) am berüchtigt. Im Himalaya bieten die Tibeter das beste Essen, vor allem Momos (Teigtaschen) und die (meiner Meinung nach) besten Nudelsuppen der Welt. Einziges Problem für mich: Wenn’s geht, ernähre ich mich weitgehend vegan, aber nicht all zu streng. Allerdings haben’s die Veganer in Indien schwer: So streng die Hindus mit ihrer eigenen vegetarischen Kost oft sind, für Veganer haben sie meist kein Verständnis. Milch ist fast überall drin, am besten man sagt, man hätte eine Allergie. Aber welche Ausrede man sich auch einfallen lässt, es gibt permanent Diskussionen, selbst mit Leuten, die einen schon seit 20 Jahren kennen.

Das Lieblingsgetränk der meisten Inder ist wohl Chai, ein gewürzter Schwarztee mit viel Milch und mehr oder weniger Zucker. Ist oft die erste Aktion bevor ein Gespräch beginnt und wird auch ansonsten unter allen Umständen genossen. In Gujarat oft so süß, dass der Löffel aufrecht in der Tasse stehen bleibt. Dafür gibt’s in Gujarat Prohibition (Alkoholverbot), in anderen Landesteilen wird dagegen viel getrunken. Indisches Bier („Kingfisher“) ist sehr trinkbar, Wein weniger.

Gesundheit

Wer es absolut vermeiden möchte, sich was einzufangen, darf nicht in die Tropen fahren. Man kann das Risiko minimieren, aber letztlich nicht vermeiden. Wer sich in irgendwelche Touristen-Ressorts zurückzieht, kann vielleicht ein Riskio weitgehend ausschießen, hat dann aber vom Land wenig gesehen. Wer das Land „intensiv“ bereist, setzt sich einem ständigen Ansturm von Keimen aus, die man auch mit Chemie kaum in den Griff kriegt. Ich weiß, dass mir da vielleicht manche widersprechen werden, aber ich persönlich glaube, dass ein paar einfache Maßnahmen reichen, das Risko weitgehend nebenwirkungsarm unter Kontrolle zu halten: Wasser am besten abgekocht oder aus Plastikflaschen (auf den Verschluss achten), möglichst Getränke mit Zugabe von ungekochtem Wasser (Lassi, Fruchtsäfte) verzichten, kein Speiseeis (ist vermutlich mehrfach aufgetaut und wieder eingefroren), nur gekochtes, keine Salate, nur Obst, dass sich schälen lässt. Bis auf die internation üblichen Schutzimpfungen lasse ich jede Form der Prophylaxe weg, weil ich deren Sinn bezweifle. Gegen Malaria hilft am besten ein guter Mosikitoschutz (Zedan aus dem Bioladen reicht völlig, Autan oder Odomos sind Chemiekeulen) und ein vernünftiges Moskitonetz. Wer sich trotzdem eine Malaria einfängt, sollte die am besten in Indien behandeln lassen, die sind da ganz klar kompetenter als deutsche Ärzte. Gegen Dengue und andere Unannehmichkeiten hilft ebenfalls keine Prophylaxe, außer dem schon angesprochenen Moskitoschutz. Durchfälle kommen und gehen, bei mir helfen am besten 3-4 Tage Nulldiät. Nicht unwahrscheinlich ist, dass man sich trotz aller Vorsicht ein paar Darmparasiten einfängt, aber mit den meisten kann man gut leben. Wenn man viel schwitzt, ist ein hoher Salzverlust vorprogrammiert – bei mir macht sich das meist durch starke Kopfschmerzen bemerkbar. Kräftiges Salzen oder gelegentlich etwas Salz ins Trinkwasser wirkt zumindest bei mir Wunder.

Reisen

Die Route der meisten Indien-Touristen ist immer dieselbe: Delhi, Agra (Taj Mahal), Rahjasthan, Goa. Vielleicht noch ein paar weitere touristische Highlights, z.B. südindische Tempel und vielleicht ein Yoga-Ashram. Ist sicher alles ein Erlebnis, aber wirklich vom Land gesehen hat man da nichts, vor allem wenn man das alles auch noch per Flieger, 1ste-Klasse Abteil im Zug oder Mietauto (inkl. Fahrer) zurücklegt. Vielleicht aber auch nicht so schlecht, weil der Rest des Landes wenigstens vom Hauptstrom der Touristen verschont bleibt.

Für die Unentwegten, die trotz allem mal ein wenig „Realität“ an sich herankommen lassen wollen, folgende Tips. Auch größere Strecken nicht per Flieger oder 1ste Klasse Zugticket, sondern im 2nd-Sleeper, dem immer noch komfortablen zweite-Klasse Abteil. Hier fährt das Volk, und bei längeren Strecken bekommt man in 1-2 Tagen mehr Indien zu sehen, als auf den oben beschriebenen Trampelpfaden in mehreren Wochen. OK, man wird kaum seine Ruhe haben, die Mitreisenden sind sehr aufgeschlossen und kontaktfreudig – aber es strömt eine Flut von Informationen und Eindrücken auf einen ein, wirklich toll.

Wenn irgendwo viele Touristen rumlaufen, bildet sich meist schnell ein Speckgürtel – von der indischen Realität ist man da weiter weg als wenn man gleich zu Hause bleibt. Es hilft auch wenig, alle 2-3 Tage ein neues Ziel anzusteuern. Ich selber brauche auch nach 20 Jahren regelmäßiger Indien-Besuche immer 2-3 Wochen, bis ich mich auf das Land eingestellt habe. Wer private Kontakte aktivieren kann hat einen Riesenvorteil, im persönlichen Umfeld kriegt man so viel Rückmeldungen, dass man schneller in alles reinkommt. Ansonsten irgendeine Institution, einen Ashram oder ein Projekt suchen, wo man mal 2-3 Wochen „mitlaufen“ kann, es gibt eine quasi unendliche Auswahl. Meist ist der Alltag irgendwie geregelt, mit kleineren Handreichungen beim Kochen, (meist passive) Teilnahme an den Events der Einrichtung (z.B. die Prayer – Gebetszeiten – keine Angst, das ist harmlos), und sich selbst versorgen sind die Tage schnell durch, viel Zeit für privates bleibt da meist nicht. Selbst wenn damit das Urlaubskontingent aufgebraucht ist, nimmt man eine Fülle von Eindrücken mit, von denen man lange Zeit was hat.

Wer etwas mehr Zeit hat, wird schnell Kontakte knüpfen und je nach Neigung genug Anregungen für die weitere Reise bekommen. Ansonsten hängt der Ausschnitt von Indien, den man mit nach Hause nimmt extrem davon ab, mit welcher gesellschaftlichen Teilmenge man in Indien zu tun hat. Den einfachsten Zugang findet man vielleicht zur „upper middle class“, weil deren Einkommens- und Bildungsniveau am ehesten dem unsrigen entspricht und die auch em ehesten Englisch sprechen, allerdings sind das nur ein paar Prozent der Bevölkerung, mit indischer Realität hat das ebenfalls nur bedingt zu tun. Wer Kontakt zu einer der vielen sozialen Bewegungen in Indien herstellen kann, wird vielleicht Kontakte zu den weniger einkommensstarken Menschen herstellen können. Da gibt’s dann u.U. Verständigungsprobleme und die kulturellen Besonderheiten eines so fernen Landes rücken stärker in den Vordergrund, aber man bekommt vielleicht mal eine Ahnung davon, wie begrenzt der eigene Horizont ist und wie viele andere Lebenswirklichkeiten es noch gibt.

Klar, zwischendurch ein paar Tage Strand sind schon nett. Sabine und ich fahren seit je zu diesem Zwecke nach Benaulim / Goa. Allerdings sind in den letzten Jahren die Preise dort so dramatisch gestiegen, dass zumindest ich wohl zukünftig aus Goa verzichten werde. Dieses Jahr war Benaulim fest in russischer Hand, da gibt es offensichtlich eine sehr zahlungskräftige Bevölkerungsschicht, jedenfalls habe ich selten soviele hochprozentige Cocktails und Hummer auf den Tischen stehen sehen, wie dieses Jahr. Die russischen Männer platzen vor Testosteron, die russichen Frauen laufen gerne im Tanga rum (wenn sie jung sind), sehr zur Freude der inzwischen auch zahlenmäßig hier gut vertretenen indischen Touristen. Etwas reifere russische Touristinnen entwickeln eine Tendenz zur Adipositas.

Ich selber laufe hier in Benaulim so rum wie auch sonst immer (Poloshirt und lange Hose), am Strandleben nehme ich weniger teil, mir reicht es bequem im Schatten der Strandhütten zu sitzen, diverse Kannen Tee zu trinken und in meinen Laptop zu hämmern. Früh morgens allerdings traue ich mich trotzdem gelegentlich ins Wasser, das dann wärmer ist as die Luft. Die Wellen hier sind gelegentlich ganz schöne Brecher. Überall stehen Fahnen und sitzen Life-Guards, aber ob die mehr machen als nur schöne Fotos, wenn jemand absäuft weiss ich nicht. Interessanterweise sind die zum baden freigegebenen Stellen genau die, wo die Shacks (Strandhütten) stehen – vermutlich werden die grünen Flaggen da gehisst, wo das meiste Bakshish („Trinkgeld“) fließt. Ich hoffe, das Meer weiss woran es sich zu halten hat.

Zu den in Indien weitgehend unbeaufsichtigt freilebenden Tieren gehören neben den unvermeidlichen Kühen noch Hunde, Katzen und Wildschweine. Letztere provitieren wohl vor allem in den Städten von den allgegenwärtigen Müllbergen. Eigentlich haben außer den Christen alle in Indien vertretenen Religionen (Hindus, Moslems, Buddhisten, Parsen, Jains, Sikhs, Juden, Adivasis) Vorbehalte gegen den Verzehr von Schweinefleisch, allerdings kann mir kaum vorstellen, dass die paar Christen die Unmenge an Schweinefleisch verzehren können. Fragt sich also, was mit ihrer irdischen Hülle passiert, wenn Schweine diese ablegen und in den Himmel kommen. Katzen sind teilweise besonders begabte Bettelkünstler, die führen ein Gejammer auf, wenn sie betteln, dass sie Steine erweichen. Vor Hunden habe ich in Indien einen ziemlichen Respekt. Vor allem wer nachts in indischen Großstädten von einer größeren Meute in die Zange genommen wird, hat nichts zu lachen. Abgesehen davon ist Tollwut nach wie vor ein großes Problem in Indien.

Shopping

Für mich das größte ist es immer, in indischen Großstädten die Märkte zu besuchen, eine solche Pracht und Vielfalt findet man selbst in der arabischen Welt nur selten. Ansonsten versuche ich es immer so einzurichten, mir pro Besuch einen neuen Satz Brillen (je 1x Fern, Mittel und zum Lesen) zuzulegen. Die Gestelle sind meist nur mittelmäßig, aber die Gläser sind idR gut. Komplett mit allem drum und dran bezahlt man selten mehr als 20 Euro, oft ist die Brille nachmittags schon fertig, wenn man sie morgens in Auftrag gibt. Unbedingt zu empfehlen sind auch die Kadhi-Shops, wo idR handgewebte Textilien nach gandhianischer Tradition verkauft werden, man ist politisch korrekt gekleidet und dem Klima perfekt angepasst.

Schwieriger wird es bei Thema Telefon. Hier in Goa war es relativ einfach, eine SIM-Karte zu bekommen, man muss ein Foto und eine Kopie von Ausweis und Visa abgeben (drauf achten, dass die genaue Heimatadresse dokumentiert ist) und nach 3-4 Tagen bekommt man, z.B. von Vodaphone oder Idea, eine Sim-Karte die solange gültig ist wie das Einreiseviusm. Ich habe mir noch für 400 Rs 1GB Datenvolumen dazugekauft, die Bandbreite ist bescheiden, aber zum Mailen reicht es. Allerdings hatte ich dann doch mit der Aktivierung etwas Probleme und musste noch mal in den Idea-Shop, wer inzwischen weiter gereist ist, schaut in die Röhre. Allerdings gelten die Sim-Karten oft nur in der Region, wo sie gekauft wurden (hier also in Goa), außerhalb (in meinem Fall Bombay oder Gujarat) sind z.T. kräftige Roaming-Gebühren fällig, die das Guthaben schnell anfressen. Ich habe aber bei früheren Reisen auch schon erlebt, dass meine Sim-Karte nach kurzer Zeit ohne erkennbaren Grund deaktiviert wurde, andere berichten, dass Ausländern Sim-Karten komplett verweigert wurden. Einfacher ist es deshalb, wenn man Einheimische kennt, die auf ihren Namen Sim-Karten kaufen und diese für die Zeit in Indien ausleihen. Das macht normalerweise Michael für mich, der mir idR eine Sim-Karte von BSNL/CellOne organisiert. Diese hat auch den Vorteil, dass außerhalb von Gujarat keine Roaming-Gebühren anfallen. Allerdings war in Benaulim die Netzabdeckung und Bandbreite von BSNL so schlecht, dass ich die Sim-Karte kaum benutzen konnte, und mir daher trotzdem eine Sim-Karte vor Ort organisieren musste.