Ankunft in Mumbai

7.1.2012

Via Istanbul nach Mumbai

Dieses Jahr wieder mit Turkish Airlines, die Tickets sind konkurrenzlos günstig und es gibt mal 40 kg, mal 30kg Freigepäck – für mich ein weiteres Argument, weil ich immer viel Mitbringsel im Gepäck habe, insbesondere Hardware für Michael, aber auch Sachen, die man hier nur schwer oder zu stark überhöhten Preisen bekommt: Oliven & Olivenöl, diverse Pesto und vegane Snacks, Lebkuchen, Müsli, Schokolade, Marzipan, das meiste aus dem Bioladen.

Insbesondere beim Kuchen wird’s etwas schwierig, weil in Indien Eier nicht als vegetarisch gelten, das schränkt die Auswahl deutlich ein. Trotzdem schöpfe ich diesmal mein Limit nicht ganz aus, insbesondere weil mein Computerequipment immer leichter wird und ich außer einem paar leichter Treckinghosen, Poloshirts und Wäsche sonst wenig brauche. Der Service von Turkish Airlines ist übrigens gut, die Sitze bieten auch in der Economy Class reichlich Platz und bei den Langstreckenflügen hat jeder Sitz eine eigenen Bildschirm, über den eine große Auswahl an Musik, Videos, Spiele usw abgerufen werden kann.

Leider ist der Flug nach Istanbul 1,5 h verspätet, aber mit dem Anschlußflug nach Mumbai klappt es dann doch ohne Probleme. Dort angekommen, lässt man uns am Band ziemlich lange warten, aber schließlich kommt das Gepäck dann doch noch. Beim Zoll muss eigentlich alles durch den Röntgen, weswegen ich mir etwas Sorgen mache – erfahrungsgemäß werden Lebensmittel konfisziert und warum ich ein halbes Dutzend Handys im Gepäck habe, werde ich wohl auch nur schwer begründen können – plus Festplatten, Netzwerkrouter, diverse mp3-Player usw. Aber die Westler werden alle aus der Schlange vor dem Röntgen heraussortiert und ohne Kontrolle durchgewunken – nett. Hinter dem Zoll gibt es große Blutlachen auf dem Boden, wer weiß, was da wieder passiert ist.

Ich selber gehe auf direktem Wege zum prepaid Taxi , dort bekommt man für eine feste Rate eine Taxifahrt vermittelt und muß sich nicht mit den Taxifahrern streiten. Dafür mitunter mit dem prepaid-Schalter – Freunde von mir (Wanja & Lona), die ein paar Tage später in Bombay landen, sollen statt des regulären den dreifachen Preis bezahlen, was sie natürlich nicht tun, dafür aber auch kein Taxi vermittelt bekommen. Eine Taxifahrt nach Mulund (der Stadtteil, wo ich hin muss) kostet prepaid mit Gepäck 340 Rs, etwa 5 Euro. Hört sich für etwa 40 min Fahrt nach wenig an, ist aber für Normalverdiener schon 5-10% eines Monatslohns, also kaum erschwinglich. Die Preisschere geht in den letzten Jahren immer weiter auseinander: Ein einfaches Mittagessen ist in einer Kleinstadt für etwa 50 Cent zu haben, in einer Bar in Bombay kostet ein Drink dagegen schnell mal 10 Euro, was auch für Westler schon ganz schön happig ist. Eine Übernachtung in Bombay oder Bangalore ist für ein halbwegs sauberes Zimmer kaum unter 2000 Rs (30 Euro) zu bekommen, das ist die untere Mittelklasse schon fast ein Monatsgehalt.

Im Center werde ich von Daniel herzlich empfangen – er ist dort zur Zeit alleine, seine Frau Hansa ist in Gujarat unterwegs. Allerdings haben sich für die nächsten Tage schon unsere deutschen Freunde Wanja und Leona angekündigt, und kurz danach trifft auch mein taz-Kollege Thoralf ein, mit dem ich dann nach Gujarat zu Hansa und Daniel Sohn Michael weiterfahre. Daniel hat schon Dosa-Teig vorbereitet, Dosa ist ein hauchdünner, köstlicher Pfannkuchen aus Reis und Linsen, den Daniel wie kein zweiter hin bekommt, Dazu gibt es Butter, sehr leckeres „dry chuntey“, eine pulverige Mischung aus Nüssen und Gewürzen, die seine Schwiegertochter Swati zubereitet hat und den omnipräsenten indischen Chai, ein schwarzer Tee mit Milch, diversen Gewürzen und geriebenem Ingwer.

Es ist schön, wieder in Indien zu sein !